Fisher (2)
Ein Bild bei Fisher geht mir nicht aus dem Kopf, das vom Frosch, der sich bei plötzlicher Erhitzung seines Gefäßes mit einem Sprung rettet, bei langsamer Erwärmung aber unweigerlich verendet. Das trifft auch für uns zu – buchstäblich. Dieser Tage ging durch die Presse, dass Klimaforscher den „Point of no Return“ in 10 Jahren ansetzen*. Danach könne nichts mehr eine katastrophale Entwicklung aufhalten. Aber an Katastrophen hat uns ja Hollywood schon gewöhnt.
Wir tun uns auch in der Friedensbewegung hart mit den „langsamen Kriegen“ wie im Kongo, in Tschetschenien oder in Kolumbien. Zwar tauchen sie in Sonntagsreden auf, aber so richtig beschäftigen wir uns nicht damit. Auch der Irakkrieg, gegen den wir alle erfolglos demonstriert haben, wurde schon Jahre lang als Zerrüttungskrieg geführt, ohne großen Protest. Überhaupt Zerrüttung...
Kein Wort fasst die gegenwärtige Entwicklung besser zusammen. Die Mächtigen dieser Welt herrschen durch „Chaos“ (se-hen!). Keine Macht kann die Elendsviertel dieser Welt (eine Milliarde wohnen in städtischen Slums, insgesamt ca. 250 000 Siedlungen) wirklich „kontrollieren“. Für wen das Leben ein ständiger Kampf um knappe Güter ist, und mit das Knappste ist Sicherheit, der stellt keine Gefahr für die Reichen dar. Denn das Gift wirkt – Gewalt. Chris Hedge hat seine Erfahrungen als Kriegsreporter auf dem Jahrestreffen des AFSC 2004 folgendermaßen beschrieben: My life has been marred [verdorben], let me say deformed, by the organized industrial violence that year after year was an intimate part of my existence. Er bescheibt die Wirkung als „Vergiftung“, die gerade durch die Intensität der Gewalterfahrung wirkt. Eine Intoxikation, die zu einer tiefen Todessehnsucht führen kann. Er schreibt von einem Kollegen : From the moment he stepped off the plane it was clear: He had returned to die.
„Peace – a way of choosing life“ – eben, wie können wir dem Leben die Intensität geben, damit wir der Faszination der Gewalt – die medial & real in unser Leben einsickert – nicht erliegen?
Noch einmal Chris: The other temptation is to disavow the search for happiness in order to be faithful to that which provides meaning. But to live only for meaning, indifferent to all happiness, makes us fanatic, self-righteous, and cold. It leaves us cut off from our own humanity and the humanity of others.
Es geht also nicht nur um einen „kalten“ oder „warmen“ , sondern um einen intensiv erfahrbaren, „schönen“ Frieden.
*solche Prognosen sind wissenschaftlich - der Klimawandel ist ein höchstkomplexer und insgesamt noch wenig verstandener Vorgang - nicht haltbar, was aber nicht heißt, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte. Für wissenschaftliche Details siehe http://www.realclimate.org/
Wir tun uns auch in der Friedensbewegung hart mit den „langsamen Kriegen“ wie im Kongo, in Tschetschenien oder in Kolumbien. Zwar tauchen sie in Sonntagsreden auf, aber so richtig beschäftigen wir uns nicht damit. Auch der Irakkrieg, gegen den wir alle erfolglos demonstriert haben, wurde schon Jahre lang als Zerrüttungskrieg geführt, ohne großen Protest. Überhaupt Zerrüttung...
Kein Wort fasst die gegenwärtige Entwicklung besser zusammen. Die Mächtigen dieser Welt herrschen durch „Chaos“ (se-hen!). Keine Macht kann die Elendsviertel dieser Welt (eine Milliarde wohnen in städtischen Slums, insgesamt ca. 250 000 Siedlungen) wirklich „kontrollieren“. Für wen das Leben ein ständiger Kampf um knappe Güter ist, und mit das Knappste ist Sicherheit, der stellt keine Gefahr für die Reichen dar. Denn das Gift wirkt – Gewalt. Chris Hedge hat seine Erfahrungen als Kriegsreporter auf dem Jahrestreffen des AFSC 2004 folgendermaßen beschrieben: My life has been marred [verdorben], let me say deformed, by the organized industrial violence that year after year was an intimate part of my existence. Er bescheibt die Wirkung als „Vergiftung“, die gerade durch die Intensität der Gewalterfahrung wirkt. Eine Intoxikation, die zu einer tiefen Todessehnsucht führen kann. Er schreibt von einem Kollegen : From the moment he stepped off the plane it was clear: He had returned to die.
„Peace – a way of choosing life“ – eben, wie können wir dem Leben die Intensität geben, damit wir der Faszination der Gewalt – die medial & real in unser Leben einsickert – nicht erliegen?
Noch einmal Chris: The other temptation is to disavow the search for happiness in order to be faithful to that which provides meaning. But to live only for meaning, indifferent to all happiness, makes us fanatic, self-righteous, and cold. It leaves us cut off from our own humanity and the humanity of others.
Es geht also nicht nur um einen „kalten“ oder „warmen“ , sondern um einen intensiv erfahrbaren, „schönen“ Frieden.
*solche Prognosen sind wissenschaftlich - der Klimawandel ist ein höchstkomplexer und insgesamt noch wenig verstandener Vorgang - nicht haltbar, was aber nicht heißt, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte. Für wissenschaftliche Details siehe http://www.realclimate.org/
skaut - 29. Jan, 17:20
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