25
Mrz
2007

Aktionen

Mahnwache gegen nukleare Aufrüstung am 28.03.2007

Der Friedensausschuss der Religiösen Gesellschaft der
Freunde (Quäker) veranstaltet am 28. März 2007 an der Ecke Unter den
Linden/Wilhelmstr. (nahe der Britischen Botschaft)

eine Mahnwache gegen nukleare Aufrüstung in aller Welt. Im
Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Trident-Modernisierung bei der
britischen Marine, durch die eine Einsatzfähigkeit dieser mit Atomsprengköpfen
ausgestatteten Waffensysteme bis zur Mitte dieses Jahrhunderts erreicht werden
soll. Ein derartiger Ausbau der Nuklearstreitkräfte von Atommächten steht in
offenem Widerspruch zu ihrer in Artikel VI des Vertrages über die
Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen eingegangenen Verpflichtung zur nuklearen
Abrüstung.

Unsere Mahnwache findet gleichzeitig mit der gewaltfreien
Blockade am schottischen Marinestützpunkt Faslane statt, die am 1. Oktober 2006
begonnen hat und bis zum 30.September 2007 andauern soll. Getragen wird diese
Blockade (Aktion „Faslane 365“) durch die britische Friedensbewegung, aber auch
durch ausländische Gruppen, insbesondere aus den EU-Staaten. Am 28. und 29.März
werden sich deutsche Gruppen an dieser Protestveranstaltung in  Faslane beteiligen. 



Die Mahnwache  in
Berlin soll als Zeichen der Solidarität mit der Aktion „Faslane 365“ auch hier
auf die steigende Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen bei Konflikten und des
Ausbruchs eines Atomkrieges aufmerksam machen.

Symbol hierfür ist, dass die Zeiger der „Doomsday Clock“
(Weltuntergangsuhr) von bekannten Wissenschaftlern (darunter Stephen Hawking)
kürzlich wieder auf 5 Minuten vor 12 – wie zu Zeiten des Kalten Krieges -
vorgerückt worden sind.

Die Mahnwache wird in Bezug hierzu am 28. März um 5 vor
12
Uhr beginnen. Der Abschluss wird um 15 Uhr erfolgen. Eine Petition mit
Unterschriften wid bei der Botschaft überreicht.



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23
Feb
2007

Diskussion

Privatisierung von Krieg und Frieden

Wir sprachen schon über dieses Thema. Vor 2 Wochen erhielt Herbert Wulf den Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg. Er berichtete in seiner Rede aus seiner Forschungsarbeit, die schon in seinem Buch: Internationalisierung und Privatisierung von Krieg und Frieden, Nomos Verlag, Baden-Baden 2005, dargestellt ist.
Das staatliche Gewaltmonopol ist eine solche Errungenschaft, dass uns der heutige Stand der Privatisierung von Kriegen und Gewalt alle erschreckt. Sollte uns nicht aber auch die Privatisierung von "ziviler Konfliktlösung," also weiten Teilen der Diplomatie genauso erschrecken. Für mich Anlaß weiternachzudenken und Gedanken auszutauschen: das grundgesetz ist für mich noch immer eine Friedensordnung, Gewalt stets allenfalls ultima ratio. Wenn man sich aber die Militärausgaben ansieht im Verhältnis zu Ausgaben für die verfassungsgemäß vorrangige ziviler Konfliktlösung, sollten wir wohl auf eine völlige Umkehr und Rückkehr zu diesem verfassungsgrundsatz dringen. Wie wäre es mit einem Ministerium für aktive Friedensgestaltung ? Und verbliebende militärische Optionen in die Obhut der UN ?

17
Jan
2007

Jahresplanung

In gut einem Jahr, am 30. Januar 2008 jährt sich Gandhis Todestag zum 60. Mal und wenn uns ein Ermordung nicht als geeigneter Anlass erscheint, nur etwa 1,5 Jahre später am 2. October 2009 ist sein 140. Geburtsjubiläum. Hat er Suttner-Qualitäten für uns ?

28
Dez
2006

Aktionen

ICT4Peace - and New Year

habe mal eben ICT4Peace in eine beliebte Suchmaschinen eingegeben und schon kommen über 40.000 Fundstellen raus - z.B. aus Sri Lanka oder von der Schweizer Bundesregierung. Eine Frohe Botschaft - wenn Ihr mich fragt. There are people dying in this world for lack of contact and communication. Wir haben immer noch oder immer mehr Mauern. Wer die Situation kennt, wird etwas dagegen tun wollen. Ich habe selbst mal ein interessantes Stück Online Friedensarbeit auf Zypern erlebt und eigene Erfahrungen mit Online Mediation gesammelt. In diesem Sinne, Beste Wünsche für ein neues Jahr an die Community.

7
Sep
2006

Gerechtigkeit

Quäker-geförderte Forschung

Im Vereinigten Königreich hat die Rowntree Stiftung immer wieder praktisch relevante Arbeiten gefördert, die festgefahrenes Denken in neue Bahnen lenken konnten.

Unter der Überschrift: "Britain is as corrupt as worst African states" berichtete der Guardian am 04.09. über eine Forschungsarbeit zu den Steueroasen, mit dem Ergebnis, dass diese Gegenden mit starkem, u.a. britischen Schutz helfen, jährlich den Entwicklungsländern mehr Geld entziehen, als sie an Hilfe erhalten - und letztlich Tag für Tag bald 500 Mio € dem Fiskus (und damit zumindest potenziell dem Gemeinwohl) vorzuenthalten. Es handelt sich um weitaus mehr Geld, als die UN Millenium Development Goals zur Armutsbekämpfung erfordern, zu der sich die Mitgliedsstaaten verpflichtet haben, ohne sich wirklich ausreichend zu kümmern.

Auch deutsche Banken empfehlen ihren Kunden weiter Steueroasen als angeblich legitimes Mittel "Steuerrisiken" (der Ausdruck Risiko verschleiert in diesem Zusammenhang nur das wahre Geschehen), gering zu halten. Die Verschwörung, dem Staat die Steuergelder zu entziehen - eine Kriegsursache wie die Korruption ?
Hier zum Kurzbericht (13 Seiten, pdf)

15
Aug
2006

Philosophisches

Wie kann ich in dieser sich in Gewalt „verzehrenden“ und „das Leben verfehlenden“ Welt überhaupt in Frieden leben?

Mitten im schönen Sommer sitze ich hier, abwechselnd traurig, wütend, niedergeschlagen, gelähmt, jedenfalls absolut ohnmächtig, anlässlich aller mich über die öffentlichen Medien, über die Quäker- und sonstige e-Mail-post erreichenden Nachrichten über die unzähligen Qualen und den sinnlosen Tod unschuldiger Menschen jeden Alters in Palästina, Libanon, Israel und anderswo, aber besonders dort.
Am meisten bewegt mich der Hilferuf unserer Freunde in Ramallah und das Interview mit einer libanesischen Widerstandskämpferin im schweizerischen Rundfunk, die, wegen der Tötung eines Kriegsverbrechers sechs Jahre im Gefängnis saß und, trotz der erlittenen Folter und trotz der erneuten Eskalation der Gewalt in ihrem Land, nicht aufhört, daran zu glauben, dass ein Frieden im Nahen Osten in absehbarer Zeit möglich ist.
Ich bin erstarrt und verzweifelt vor Schmerz. Ich bin erschrocken, ja angewidert und fassungslos über die sich austobende Bereitschaft und Fähigkeit, bar jeder „Selbstwürde“ und bar jeden Gedankens an die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, systematisch und blindwütig jedes Leben zu zerstören, das als Sündenbock für das eigene Leid der Opfer/Gewalttäter jeder Seite herhalten muss. Als ob nicht schon längst erwiesen wäre, dass die Gewalt am Sündenbockopfer als Ergebnis der Projektion des eigenen Bösen im Anderen nur ewig neue Gewaltschübe erzeugt. Die Gewalt und das Böse können nur in dem absoluten Verzicht auf Gewalt und in der „Umwidmung“ des Bösen durch die Liebe überwunden werden.

In der Stille bin ich nur noch gebannte Erwartung dessen, dass es anders sein möge.
Es fällt mir dann der Vers vom Lied „Ermutigung“ von Wolf Biermann ein, den ich schon vor Jahren um das Wort „Liebe“ ergänzt habe, und den ich seit dem nur noch so singe : „Du lass Dich nicht erschrecken, in dieser Schreckenszeit, das woll’n sie doch bezwecken, dass wir die Waffen – der Liebe – strecken, noch vor dem großen Streit“.
Wie soll das noch, wie soll das immer wieder, möglich sein, die „Waffen“ der Liebe nicht zu strecken, angesichts eines solchen Ausmaßes an Grausamkeit und an Verfehlen der „Bestimmung des Lebens“ ?
Wie ist es möglich zu Leben, wenn diesen anderen „Ichs des Lebens“, die meine Nächsten im Nahen Osten und Anderswo auch sind, das Leben verwehrt wird, weil der Mensch sich immer noch zum Herrn über Leben und Tod wähnt? Ist dieser unbeschreibliche, weil irgendwie irreale Schmerz, der sich meiner ergreift, nicht beinahe unerträglicher als der einer reellen Wunde? Ist es nicht auch eine Folter, zu erfahren, dass das Leben, das mich belebt, dort auf grausamste Weise missachtet, entwürdigt, erniedrigt, und schließlich vernichtet wird?
Warum soll es mich geben, wenn es den Anderen, überall dort, wo er vorkommt und lebt, nicht geben darf?
Es fällt mir in der Stille noch das Ende eines anderen Liedes der Friedensbewegung ein: „Wann wird man je verstehen?“
Und ich weiß, ich kann das Leben, das mir aufgetragen ist zu leben, nur dann leben, wenn ich mit dem Verständnis von Leben und von Welt, das ich in mir trage, im Einklang bin, d.h. nur dann, wenn ich dieses Verständnis ganz tief und umfassend verinnerlicht habe. Schließlich kann ich den Tod des Anderen nur „verstehen“ und im Trauern annehmen, wenn ich auch meinen Tod als das letzte weltliche „sich Ereignen des Lebens“ erfahre. Nur das absolute Leben, zugleich Ursprung und ewig wirksamer an-wesender Impuls aller Lebewesen, ist der letztendliche Sinn, der Lebens-selbstsinn. Nur das Leben selbst, aber nicht mein eigenes Leben oder das des Anderen als einzelner Lebensvollzug, ist das Ziel. Nicht um mich als reine zeitliche, weltliche Erscheinung geht es dem Leben. Nicht der Lebewesen wegen inkarniert sich das Leben, sondern um seiner selbst willen.
Nur im „Ergriffensein von dieser Wahrheit“ kann ich mich dem Umstand auch „fügen“, dass Menschen, durch welche „weltliche Gewalt“ auch immer, werden sterben müssen, und zwar solange wie Menschen, Völker und Kulturen den „Wahrheiten der Welt“ (darunter auch alle aus menschlichen Projektionen entstandenen Ideologien), folgen, statt sich auf das „Ergriffen werden vom Leben“ und seinem Selbstsinn einzulassen. In meinem weltlichen Lebensvollzug, eine Daseinsmöglichkeit von Leben, kann ich nur „im Sinne des Lebens“ leben, wenn ich jede Daseinsmöglichkeit von Leben liebe, und anerkenne, dass jedes Lebewesen seinem eigentümlichen Lebensvollzug nach leben und sterben darf.
Dann taucht, angesichts dieses nicht enden wollenden Wahnsinns auf der Welt, in meiner Stille doch noch die Frage auf: „Wenn alles was schon hinlänglich, vor und nach jeder Welle der Gewalt im Nahen und "anderen Osten", von allen Seiten in unzähligen Briefen und Ketten-E-Mails appelliert, protestiert, kommentiert, und ultimativ gefordert wurde, nicht einmal den Erfolg hatte, dass keine neue Gewaltwelle zustande kommt, welche Haltung, welches Verhalten, welche Aktionen sollen denn überhaupt diesem Teufelskreisgeschehen noch Einhalt gebieten, geschweige denn ein wirkliches Ende bereiten?“
Einerseits nehme ich einfach wahr, dass die ganze Welt sich zu „verlieren" und die eigentliche „Wahrheit des Lebens“ zu verfehlen droht, ja dass sie zu einem Gipfel der Selbstzerstörung aufzulaufen scheint.
Andererseits weiß ich, dass, sollte die Welt doch dazu bestimmt sein, sich zu erneuern und „am Leben“ zu bleiben, sie sich vor ihrer Selbstzerstörung sicher nicht allein, und nicht allein durch den Einsatz weltlicher, rationaler (Macht-) Mittel wird retten können. Erst dann, wenn eine „qualifizierte“ Anzahl Menschen und Gemeinschaften („kritische Menge“) sich voll an der Wahrheit des Lebens ausrichten wird, d.h. am „Wille“ des Lebens, sich in/an jedem Lebewesen zu verwirklichen, erst dann werden die ganze Gewalt und der ganze Hass in sich zusammen fallen.
Solange bis diese Wahrheit sich der Welt wird ergriffen haben, werde ich innerlich um jedes Opfer, um jeden Tribut trauern, das die Weltgemeinschaft (Schuldige wie Nicht-Schuldige) ihrem "verfehlen der Wahrheit des Lebens" wird zollen müssen.
Nur wenn es mir gelingt zu üben, die Welt „vom Leben aus“ zu denken, statt umgekehrt, kann ich,
-in Frieden mit der Welt, wie sie noch ist, leben,
-die Kraft schöpfen, immer wieder zu lieben, um die Welt zu verändern, und
-die Freude am Triumph des LEBENs über alle Versuche, es den Gesetzen der Welt zu unterwerfen, immer wieder neu erleben.

24
Jun
2006

Materialien

Religion und Menschenrechte

Vom 17. - 20. Mai 2006 veranstaltete die Humboldt Universität, das WZB und die Irmgard Coninx Stiftung in Berlin einen Workshop zum Thema
"Reframing Human Rights III - Secular and Religious Sources of Human Rights."
die in diesem Zusammenhang entstandenen Artikel sind hier zu finden.

16
Jun
2006

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Friedensarbeit der Quäker aus Deutschland und Österreich

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Allen Krieg und Streit sowie Kampf mit äußeren, verletzenden Waffen, gleich zu welchem Zweck und unter welchem Vorwand, lehnen wir entschieden ab... 1661

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